Clown

Lauscho

 

“Der Clown ist dem Kind wesensverwandt und er hat, wie das Kind, noch ein Fuß im Paradies.” 

Dimitri

 


Lauscho ist ein Musikclown, der sein Lauschen und Horchen schon im Namen trägt.
Überall nimmt er musique wahr. Er spielt Geige, Mini-Geige, Gitarre, Flöte, Säge, Trommel, Glocken, usw.

Er ist mit dem Thema Humor unterwegs. In den letzten Jahren spielt er insbesondere für alte Menschen. Gerade demente Menschen sind ein dankbares Publikum seiner Darbietungen. Er öffnet die Tür zu ihnen, indem er 'ihre Musik' spielt und mit ihnen singt. Dadurch ist oft ein heiterer, berührender Kontakt zwischen Clown und demenziell Betroffenen möglich. Beide teilen die Desoreintiertheit und den Fokus auf den Augenblick.

Weiterbildung AOK Artikel Dezember 2011
Lauscho möchte Humor als Kompetenz und Werkzeug im alltäglichen Umgang des Pflegenden mit Dementen einführen und schulen. Nähere Informationen finden Sie über diesen Link

Eine Stunde Glück

Clown Lauscho verschafft Menschen mit Demenz fröhliche Momente

.

 

Künstlerischer Lebenslauf

 

1975

Abitur

 

1978

Erste Theater - Erfahrungen am TAT Frankfurt mit dem Jugendstück:

 

 

“Was heißt hier Liebe von den der Roten Grütze”

 

1981

Diplomarbeit über das Kinder- und Jugendtheater Rote Grütze im Fach

 

 

Sozialpädagogik

 

1982

Psychotherapieausbildung bei Dr. Arthur Janov in Paris und

 

1983

gleichzeitig Musikstudium an der ecole normale de musique

 

 

Abschluss mit dem Diplom als unterrichtender Bratschist

Ab

1986

Arbeit als freiberuflicher Geigen- und Bratschenlehrer

Ab

1990

Eigene psychotherapeutische Praxis

 

1998

Heilpraktiker Prüfung

Ab

1997

Tätigkeit als Musikclown in einem Clown-Duo

 

2001

Mit dem Clown-Duo zeitweilige Arbeit als Klinik-Clown in der Freiburger

 

 

Kinder-Klinik

 

2002

Arbeit als Klinik-Clown in der Kinderklinik Lörrach im Clowntrio

Weiterbildungen bei:  
  Johannes Galli
 

David

Gilmore
  Toni Montanaro
     

Zu buchen bin ich als Clown für Animation auf Festen und bei Aktionen. Alleine, als Duo, oder als Klinik-Clown.

Dia- Show:


Der Mensch ist mit sich
und den Seinen im Reinen,
wenn`s ihm gelingt, sein Lachen zu lachen
und seine Tränen zu weinen.

 

 

Artikel aus der OshoTimes 2006

In immer mehr Krankenhäusern findet eine "Clownsprechstunde" oder "Clownvisite" statt. Lachen und Spielen macht Spaß und aktiviert die Selbstheilungskräfte. Die Clowns werden vor ihren Auftritten von den Ärzten, Krankenschwestern und Kinder­psychologen über die medizinische Situation und die Stimmung der einzelnen Patienten aufgeklärt. Anschließend ziehen sie durch die Zimmer, um die kranken Kinder mit ihrer Fröhlichkeit anzustecken und ihren grauen Klinikalltag aufzuhellen. Der Klinik-Clown Lauscho (Sajjano) arbeitet zusammen mit drei anderen Kollegen in der Kinderstation der Lörracher Klinik. Parigyan unterhielt sich mit ihm über seine Arbeit.

In immer mehr Krankenhäusern findet eine "Clownsprechstunde" oder "Clownvisite" statt. Lachen und Spielen macht Spaß und aktiviert die Selbstheilungskräfte. Die Clowns werden vor ihren Auftritten von den Ärzten, Krankenschwestern und Kinder­psychologen über die medizinische Situation und die Stimmung der einzelnen Patienten aufgeklärt. Anschließend ziehen sie durch die Zimmer, um die kranken Kinder mit ihrer Fröhlichkeit anzustecken und ihren grauen Klinikalltag aufzuhellen. Der Klinik-Clown Lauscho (Sajjano) arbeitet zusammen mit drei anderen Kollegen in der Kinderstation der Lörracher Klinik. Parigyan unterhielt sich mit ihm über seine Arbeit.

Seit fünf Jahren, erzählt Lauscho begeistert, arbeitet er als Clown in einem Kinderkrankenhaus in Lörrach. Zusammen mit einer Clownkollegin besucht er die Krankenzimmer der Kinder, spielt mit ihnen und macht auf seinen Instrumenten Musik. Er und drei andere Clowns bilden ein Team. "Wir haben uns vorgenommen, dass wir immer zu zweit - ein Mann und eine Frau - losgehen, weil die Kinder dann eine Art Mama und Papa als Ansprechpartner haben. Wir gehen dabei durch drei Stationen von Zimmer zu Zimmer. Manchmal sind zwei Kinder in einem Zimmer, manchmal auch vier oder fünf. Wir wissen vorher wirklich nicht, was wir machen werden, sondern improvisieren und spielen einfach drauflos. Zu zweit ist das gemeinsame Spielen natürlich leichter: Der eine hat einen Einfall und der andere steigt drauf ein. Allein wird der Kontakt zwischen Kind und Clown viel stärker. Zu den Kindern durchzudringen ist uns das Wichtigste - direkt, authentisch und ehrlich. Beim Spielen behalten wir immer das Gesicht des Kindes im Auge: Wie fühlt es sich? Was macht ihm Spaß? Wo steigt es ins Spiel ein?"

CLOWNSTAG
Jeden Dienstag ist im Lörracher Kinderkrankenhaus Clowns-Tag. Das wissen die Ärzte und das Pflegepersonal. Und sie sagen es natürlich auch den Kindern, damit die sich schon mal darauf freuen können. Manchmal passiert es sogar, dass ein Kind, das entlassen werden soll, noch bleiben möchte, bis Lauscho und seine Clownpartnerin da waren. "Manche Kinder sehen wir selten, weil ihr Leiden nicht weiter schlimm ist, aber mit den chronisch oder schwer kranken Kindern, die öfter ins Krankenhaus müssen, können wir eine tiefere Beziehung aufbauen."
Für Sajjano steht die direkte Begegnung, der Kontakt zu diesem kleinen Menschen, der womöglich Krebs hat und leidet, im Vordergrund. "Das Hinspüren ist sehr wichtig", meint Sajjano. "Wenn ein Kind sehr krank ist oder sogar im Sterben liegt und die Mutter weint, dann mache ich meistens nur noch Musik, und zwar eine, die die Atmosphäre entspannt." Bevor die Clowns losziehen, erfolgt im Ärztezimmer die so genannte "Übergabe". Sie erhalten wichtige Informationen, etwa über ansteckende Krankheiten oder welche Krankenzimmer nicht aufgesucht werden dürfen und wo man sich vorher desinfizieren muss. "Wir gehen dann in die Zimmer und fragen die Kinder ganz vorsichtig, ob wir reinkommen dürfen. Es ist ja ihr Schlaf- und Lebensraum; der ist intim und hat eine gewisse Grenze, die wir nicht ohne ihre Erlaubnis überschreiten. Meistens sagen sie natürlich Ja. Für die Kinder ist unser Besuch eine willkommene Abwechslung im tristen Krankenhausalltag." Dann wird gespielt! Lauscho hat jede Menge Instrumente dabei, eine Bratsche, eine Ukulele (eine winzige Gitarre) und kleine Flöten. Diese kommen jetzt zum Einsatz. Aber es bleibt nicht nur bei Musik. Was gespielt wird, hängt davon ab, was im Zimmer passiert. Da gibt es spontane Sketche, witzige Szenen oder es wird einfach nur Quatsch gemacht. Die Clowns wollen Humor und Leichtigkeit verbreiten. "Manchmal spielen wir richtig intensiv etwa eine Viertelstunde. Im Schnitt sind es aber nur um die fünf Minuten, sonst schaffen wir nicht alle Stationen. Bei den kleinen Kindern kommen wir sehr gut an. Aber bei Teenagern fragen wir erst, ob sie sich nicht zu alt fühlen für uns Clowns. Manchmal sagen sie "Ja", manchmal "Egal". Bei Letzterem sind wir dann nicht so sehr Clowns, trotz unserer roten Nasen und Punkte im Gesicht, sondern erkundigen uns eher, wie es ihnen geht oder welche Musik sie gern hören. Ich versuche immer, sie dort abzuholen, wo sie sind. Wenn sie z.B. den Film Der Untergang der Titanic gesehen haben, spiele ich ihnen die Filmmusik auf der Bratsche vor, meine Partnerin spielt Leonardo di Caprio und eine dritte Person die Kate Winslett. Jugendliche lieben diese Geschichte von Liebe und Trennung, da gehen sie gerne mit. Zögen wir einfach nur unsere Clownnummer ab, wäre das oft peinlich."
Es ist eine sehr einfühlsame Arbeit. Was gespielt wird und ob es zu den Kindern durchdringt, beruht immer wieder auf Beobachtungen wie: "Was stimmt gerade für diese Situation? Welcher Spaß passt zu diesem Moment?"

WIE ALLES ANFING
Sajjanos Clownsarbeit mit Kindern begann mit der Musik, die sich wie ein roter Faden durch sein Leben zieht; Geigenunterricht mit zehn Jahren, dann nach dem Abi Kinder- und Jugendtheater, später Musiker und Bühnendarsteller. "Vor etwa acht Jahren traf ich dann über eine Anzeige einen Clownskollegen. Wir traten zusammen als Clownduo auf und hatten unheimlich viel Spaß. Vor fünf Jahren fingen wir mit ehrenamtlichen Auftritten in der Universitätsklinik Freiburg an. Dort fand ein richtiges Casting statt; die Anstellung als professionelle Clowns für die Klinik hat mein Partner dann aber zusammen mit einer anderen Partnerin gewonnen. Das war das Ende unseres Duos und ich geriet in eine ziemliche Krise. Ich fand dann eine Klinik in Lörrach, wo ich auch heute noch arbeite, inzwischen mit neuen Partnern. Nach viel persönlichem Einsatz ist unser Projekt jetzt unter Dach und Fach."

IN ANDERE WELTEN EINTAUCHEN
Demnächst kommt für die Lörracher Clowns noch die Abteilung der Kinder- und Jugendpsychiatrie hinzu. Dafür schreiben sie gerade ein neues Konzept. Geplant ist ein Theaterkurs für Kinder und Jugendliche, bei dem diese selbst mitspielen können. "Es muss nicht alles clownesk sein, was wir tun", sagt Sajjano, "aber es ist uns wichtig, dass die Kinder spielerisch in verschiedene Rollen schlüpfen. So können sie durch das Spiel in andere Welten eintauchen und in einer heiteren Atmosphäre die Schwere ihrer gegenwärtigen Situation zumindest für den Moment vergessen." Spontaneität ist zweifellos zentral wichtig für Sajjanos Arbeit. Man kann nicht mit einem fertigen Stück antreten, sondern muss mit dem gehen, was gerade stattfindet. Und das ist vielleicht gar nicht so lustig. "Vorbereitete Gags haben wir nur wenige. Die sind eher Krücken für uns", betont Sajjano. "Wir möchten, dass sich die Komik aus der Situation ergibt und keiner von uns weiß, was als Nächstes passiert. Das ist ein hoher Anspruch. Und es klappt auch nicht immer. Wir wollen wahrhaftig sein. Steht ein Clown z.B. dumm da und weiß nicht, was los ist, dann darf das auch so sein. Er ist ja ein Clown, er braucht seine Unsicherheit nicht zu vertuschen. Und wenn ich dann überhaupt nicht mehr weiterweiß, greif ich halt zur Musik, da fühl ich mich sicher."

Und wie ist es mit dem Anspruch, andere zum Lachen zu bringen? Der scheint nicht unbedingt im Vordergrund zu stehen: "Es geht schon auch ums Lachen, aber wir mögen es nicht, wenn Mütter zu ihren Kindern sagen: ‚Jetzt lach doch mal!' Wir wünschen uns zwar eine heitere Atmosphäre, aber vor allem möchten wir die Kinder innerlich berühren."
Werden Kinder krank, sind es oft die Eltern, die am meisten leiden. Eine schwierige Situation für die Clowns. "Oft sind die Eltern, meist aber Mütter mit dabei. Die brauchen mehr Aufheiterung als ihre Kinder, und so integrieren wir sie ins Spiel. Dann verteilen wir z.B. Klangröhren und ich spiele ihnen, Bruder Jakob' vor - auf Türkisch oder Italienisch, je nachdem woher die Familie stammt. Danach verteile ich einfach Töne und wir spielen alle zusammen. Wenn es mal schwierig ist, zu einem Kind Kontakt zu bekommen, nehmen wir den Umweg über die Mutter. Alle werden geduzt, als Clown duzt du jeden. Mein Name ist Lauscho, das kommt von Lauschen. Ich höre immer überall hin. Und da ich mir die Clownerei über die Musik erschlossen habe, ergab sich der Name dann wie von selbst."

EIN STÜCK KINDHEIT NACHHOLEN
Es gibt sogar Fortbildungen für Clowns und einen Clowns-Berufsverband! Seit etwa fünf Jahren gibt es das Bububü ("Buntes Bundes Bündnis"- Clowns in der Klinik). Sie treffen sich einmal im Jahr auf dem UFA-Gelände in Berlin. Das Bububü ist der Zusammenschluss aller Klinikclowns-Vereine; die gibt es in allen Großstädten. Auf dem dreitägigen Festival finden Austausch, Inspiration und Workshops statt. Sogar mit Supervision! Clowns sind sehr gut darin, spielerisch miteinander umzugehen und gemeinsam zu feiern. Für Sajjano bedeutet das ganze Clownspielen auch, ein Stück seiner Kindheit nachzuholen - endlich nach Herzenslust spielen zu dürfen. Er ist dankbar dafür, dass er das machen kann und auch noch dafür bezahlt wird. "Ein Klinikclown ist etwas ganz anderes als ein Zirkusclown, der dick geschminkt ist und alle zum Lachen bringen muss. Wir sind nur wenig geschminkt und kaum kostümiert. Wir wollen hinspüren, was anliegt, und vor allem aufrichtig und präsent sein."

TIEF BERÜHREND
Der Clown wird von der Klinik engagiert; denn er soll die Kinder in ihren Heilungsprozessen unterstützen und ihnen ihre Ängste nehmen. Der wohl berühmteste Klinikclown ist Patch Adams, über den es auch den gleichnamigen Film gibt. Sajjano illustriert seine Arbeit mit einem konkreten Beispiel: "Kinder haben z.B. oft Angst vor Spritzen. In dieser Situation sind wir Clowns, die Bunten'. Da kommen die Weißen' (die Ärzte) mit den Spritzen, und wir versuchen den Kindern diese Prozedur zu erleichtern. Wir haben auch Riesenspritzen mit Seifenblasen dabei und schicken schillernde Blasen auf die Weißen los. Manchmal klappt das mit den Seifenblasen gut. Während die Kinder ihre Injektion bekommen, schauen sie in die Seifenblasen!" Tief berührend ist, wenn Kinder im Sterben liegen. "Einmal lag ein Kind im Sterben, ganz allein im Dunkeln an den Schläuchen. Dass es da so ganz ohne Eltern lag, hat mich mehr bewegt als die Tatsache, dass es nun stirbt. Nach solchen Momenten fühle ich mich sehr müde. Dennoch habe ich das Gefühl, dass es eine gute Arbeit ist, die ich hier mache. Wir haben sehr guten Kontakt zu den Ärzten und ich finde, dass gerade die Kinderärzte erstklassige Arbeit leisten."

DIE KINDLICHE SEHWEISE IM ALTER
Bei dem letzten Bububü- Austausch in Berlin war das Thema Alter sehr aktuell. Die heutige Gesellschaft altert zunehmend und der Trend ist, dass die Klinikclowns von den Kinderkrankenhäusern auf die Altenheime übergehen. Sajjano hat da schon in einigen ehrenamtlichen Projekten Erfahrungen gesammelt und mit alten Menschen gespielt.
"Ich habe beobachtet, dass alte Menschen und vor allem Demenzkranke unwahrscheinlich nah am Kindsein dran sind. Sie sind ein sehr dankbares Publikum und für jeden Blödsinn zu haben. Sie leben in ihrer eigenen Welt und sind raus aus dem normalen vernünftigen Alltag. Jetzt brauchen sie nicht mehr zu kämpfen und haben wieder eine ganz kindliche Sichtweise. Was mich total begeistert, ist vor allem, wie spontan sie mit uns mitgehen. Es ist schlimm zu sehen, wie vereinsamt alte Menschen oft leben. Wenn da jemand eine heitere, spielerische Atmosphäre erzeugt, sind sie sehr dankbar. Das ist eine wunderschöne Arbeit, die auch mehr Humor in mein eigenes Leben bringt." Lauscho schüttelt seinen grauen Wuschelkopf und strahlt. Seine lustigen Augen blitzen hellwach, er streckt und räkelt sich genüsslich auf dem Sofa. Wie auf ein geheimes Kommando ist das Gespräch beendet. Genug gequatscht. Auf geht's, zum Spielen!

Sajjano ist Klinikclown, Primärtherapeut und arbeitet mit Familienaufstellungen."